Klage gegen Megaupload: „Kimble“ vor Gericht – heise online

Klage gegen Megaupload: „Kimble“ vor Gericht

Eine Urheberrechtsklage gegen den Filehoster Megaupload in den USA bringt den berühmt-berüchtigten „Hacker“ Kim Schmitz a.k.a. Kimble wieder in die Schlagzeilen. Der Unternehmer soll die treibende Kraft hinter Megaupload sein, behauptet der Betreiber des Erotik-Angebots Perfect 10 in der Anfang des Jahres eingereichten Klage. Über den Hoster und verwandte Dienste sollen urheberrechtlich geschützte Inhalte von Perfect 10 ohne Genehmigung verbreitet worden sein. Den Antrag von Megaupload, die Klage abzuweisen, lehnte das zuständige US-Bundesgericht nun allerdings ab.

Der Gründer von Perfect 10 ist auch schon gegen andere Internetanbieter vorgegangen, hatte damit aber bisher keinen Erfolg. Im vergangenen Jahr war Perfect 10 mit einem Verfügungsantrag gegen den Filehoster Rapidshare gescheitert. Ein US-Bundesgericht hatte festgestellt, dass Rapidshare über seine Plattform begangene Urheberrechtsverletzungen nicht zur Last gelegt werden können, weil es die Dateien nicht selbst auffindbar mache. Im Fall vom Megaupload, das seit Jahren zu den größten Ärgernissen der Unterhaltungsbranche zählt und nach Schätzung eins Industrievertreters im vergangenen Jahr über 200 Millionen US-Dollar Gewinn gemacht haben soll, sieht die nun zuständige Richterin das etwas anders.

Geld verdient Megaupload mit Werbung und Abonnements. Zudem ist das Gericht der Ansicht, dass Megaupload auf seinen Top-Downloadlisten eindeutig illegale Angebote empfohlen habe. Demnach ähnelt das Geschäftsmodell mehr dem der im Juni geschlossenen Streaming-Plattform Kino.to als eines reinen Filehosters.

Mit Fortgang des Verfahrens rückt nun Kim Schmitz wieder in den Blickpunkt. Der umtriebige Deutsche gilt schon eine Weile als Drahtzieher hinter Megaupload. Nun hat das Unternehmen gegenüber ZDNet erstmals eine Verbindung zu „Kimble“, wie sich Schmitz zu New-Economy-Zeiten nannte, eingeräumt. Bisher hatte Megaupload eine direkte Verbindung dementiert. Doch im vergangenen Jahr hatte sich das Magazin Investigate auf die Spur der Hintermänner gemacht und war dabei auf „Kim Dotcom“ gestoßen. Die Journalisten konnten dieses und andere Pseudonyme erfolgreich dem Deutschen zuordnen. Die Unternehmenssprecherin räumte nun ein, dass Schmitz zu den Gründer von Megaupload gehöre, heute sei er jedoch nur Anteilseigner ohne Einfluss auf das Tagesgeschäft.

Schmitz, hatte sich im Jahr 2003 aus Deutschland zurückgezogen und zeitweise versucht mit einem angeblich intelligenten Börsensystem namens „Trendax“ Anleger zu gewinnen. Auch eine von Schmitz großspurig angekündigte Luxus-Rallye wurde nie durchgeführt. Danach war es ruhiger geworden um Kimble. Die Webseite kimble.org, auf der Schmitz mit seinem ausschweifenden Lebensstil protzte, ging offline. Im vergangenen Jahr trat er in Neuseeland als Käufer eines Luxus-Anwesens in Erscheinung. In einem Interview bezeichnet er sich als einen der zehn reichsten Männer von Neuseeland. Seinen Namen hat Schmitz demnach inzwischen in „Kim Dotcom“ geändert. (Torsten Kleinz) / (vbr)

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