Das schräge E-Mail von Kim Dotcom: «Vergesst nicht, Kokain mitzubringen» – Blick.ch

Warum die Eidgenossen „das E-Mail“ schreiben verstehen wir auch nicht, der Artikel ist aber trotzdem allemal lesenswert.

«Vergesst nicht, Kokain mitzubringen»

AUCKLAND – Der verhaftete Megaupload-Gründer Kim Schmitz alias Kim Dotcom erschreckte mit einem Mail seine Nachbarn zu Tode.

Kim Dotcom (38) mag schwerer Verbrechen beschuldigt werden, mag ein Hochstapler und fürchterlicher Angeber sein, ein Möchtegern-Playboy ohne Geschmack – aber Humor hat der Mann, das muss man ihm lassen.

Beweis dafür ist ein Mail, das er seinen Nachbarn schrieb, kurz nach seinem Einzug in die riesige Villa in Auckland. Mit offenen Armen wurde der bereits wegen Insider-Handels verurteilte Kim Dotcom dort nicht empfangen. Auch das Herumfahren in seinen Luxus-Karossen mit den Nummernschildern «Gott», «Hacker», «Mafia» trugen nicht zu einem stabilen Vertrauensverhältnis bei.

Seine Nachbarn meldeten nach einer Internet-Recherche Bedenken über Kim Dotcom beim Besitzer der Villa an, welcher das Schreiben prompt an seinen Mieter mit der kriminellen Vergangenheit weiterleitete.

«Ich habe mich in euren Mail-Server gehackt»

Dieser antwortete daraufhin per E-Mail an alle Nachbarn. Das Schreiben liegt dem englischen «Guardian» vor. Der gebürtige Deutsche schreibt am 21. April 2010:

«Liebe Nachbarn, wie Ihr alle wisst, bin ich in Eure Nähe gezogen und ich bin ein ehemaliger Hacker. Ich habe mich bereits in einen lokalen Mail-Server gehackt und ratet mal, was ich gefunden habe.»

Dass er ein Krimineller sei, nimmt er auf die leichte Schulter, begegnet den Ängsten der Nachbarn mit Ironie: «Einen kriminellen Nachbarn zu haben, hat viele Vorteile.»

Er führt drei Punkte auf:

«Unsere neu eröffnete Geldwäsche-Fabrik kann euch bei der Steuerhinterziehung helfen.

Unser Insider-Netzwerk versorgt euch mit guten Anlage-Tipps.

Meine engen Beziehungen zu anderen (viel schlimmeren) Kriminellen kann euch nützlich sein, wenn ihr es mit einem bösen Nachbarn zu tun habt.»

Schliesslich wird Kim Dotcom doch noch ernst. «Meine Frau, meine beiden Kinder und ich lieben Neuseeland und ‹Wir kommen in Frieden›. Ich war vor 15 Jahren ein Hacker und es ist zehn Jahre her, dass ich wegen Insider-Handels verurteilt wurde. Das sind nicht gerade die Verbrechen, weswegen Ihr eine Hetzjagd veranstalten müsst.»

Seither sei er ein «guter Junge» gewesen, schreibt Kim Dotcom weiter. Sein Strafregister sei rein und er habe eine Firma mit über 100 Angestellten gegründet.

«Gebt mir eine Chance!»

Er schreibt: «Jetzt könnt Ihr euch entscheiden: 1. Alarmiert Interpol, die CIA und die die Queen in England und versucht, mich in den nächsten Flieger zu setzen. 2. Lehnt euch zurück, relaxt und gebt mir eine Chance Gutes für Neuseeland und die Nachbarschaft zu tun.»

Zum Schluss kann er das Witzeln nicht sein lassen: «Wenn euch danach ist, kommt auf einen Kaffee vorbei. Aber vergesst nicht, das Kokain mitzubringen (Witz). Alles Gute, Kim.»

Nachbarn zu Tode erschreckt

So humorvoll das Mail auch war, bei den Nachbarn löste es nicht gerade die erwartete Reaktion von Dotcom aus. Der pensionierte Anwalt France Komoroske, der in der Nähe von Dotcom wohnte, sagt zum Guardian: «Das E-Mail erschreckte uns alle zu Tode.»

Er habe Kim Schmitz gefragt, ob er den Punkt ernst meine, wonach er sich in die Mail-Konten der Nachbarschaft gehackt habe. Dieser antwortete: «Glauben Sie wirklich, ich habe Ihr E-Mail gehackt? Nonsens. Einer meiner Agenten hat Ihre Familie infiltriert. :-)»

Die besorgten Nachbarn behielten am Schluss doch noch Recht. Am 19. Januar holte die Polizei Kim Dotcom zuhause ab. Seither sitzt er in Untersuchungs-Haft. Sein Haftentlassungsantrag auf Kaution wurde abgelehnt. Grund: Fluchtgefahr.

via Das schräge E-Mail von Kim Dotcom: «Vergesst nicht, Kokain mitzubringen» – Ausland – Blick.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s