FBI: MegaUpload war eher Download-Dienst als Online-Schließfach – Musikmarkt

FBI: MegaUpload war eher Download-Dienst als Online-Schließfach

Washington – In der Anklageschrift gegen MegaUpload untermauert das FBI und das amerikanische Justizministerium die Behauptung, MegaUpload sei vor allem ein illagaler Download-Dienst gewesen, mit Zahlen. Mehr als 90 Prozent der User hätten nie eine Datei hochgeladen, lediglich Downloads besorgt.

Im Gegenzug hätten die zehn restlichen Prozent größtenteils Dateien hochgeladen, vieles davon soll urheberrechtlich geschützt gewesen sein. Für das FBI und das amerikanische Justizministerium belegt dies, dass MegaUpload nur von einer kleinen Anzahl von Usern als Online-Schließfach genutzt wurde. Die meisten hätten MegaUpload ausschließlich zur illegalen Beschaffung urheberrechtlich geschützter Inhalte verwendet.

Außerdem versucht das Justizministerium in der Anklageschrift die Vorwürfe zu untermauern, MegaUpload hätte sich wiederholt bemüht, Inhalte, die das Urheberrecht verletzen, trotzdem online zu behalten. Dass MegaUpload User, die urheberrechtlich geschützte Inhalte illagal hochluden, nicht bestraft, sondern eher noch belohnt hat, soll mit folgendem Beispiel belegt werden: Der User VV hatte vielfach Copyright-geschützte Videos bei dem zu MegaUpload gehörenden Megavideo hochgeladen – so hat MegaUpload im Bezug auf VV allein von einem Rechtevertreter 85 E-Mail zu Verstößen seit 2008 erhalten. MegaUpload habe die Inhalte dennoch nicht offline genommen, heißt es in der Schrift – in den internen Dokumenten von MegaUpload sei kein derartiger Verweis auffindbar. Die knapp 17.000 Videos, die VV auf MegaUpload hochlud, wurden insgesamt mehr als 34 Millionen Mal gesehen. Im Gegenzug erhielt VV 2008 und 2009 insgesamt 3400 US-Dollar von MegaUpload.

Zudem sieht sich MegaUpload mit neuen Vorwürfen konfrontiert: MegaUpload soll Inhalte von YouTube kopiert und auf seinem Portal angeboten haben, meldet „Heise.de“.

MegaUpload wurde im Januar stillgelegt , nachdem der Gründer und Chef, Kim Schmitz, in seinem Anwesen in Neuseeland festgenommen wurde. Andere Filehosts hätten daraufhin schließlich freiwillig den Dienst quittiert . Auf die Zahl des weltweiten Filesharing hat sich die Schließung von MegaUpload allerdings angeblich nicht stark ausgewirkt – der Datenstrom wurde lediglich auf andere Dienste umgeleitet .

via FBI: MegaUpload war eher Download-Dienst als Online-Schließfach | Musikmarkt.

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