Kim Schmitz: Komplizen kommen auf Kaution frei – Bild.de

Kim Schmitz‘ Komplizen kommen auf freien Fuß

Kim Schmitz (re.) und seine Komplizen Bram van der Kolk, Finn Batato und Mathias Ortmann (von links). Van der Kolk und Batato sollen auf Kaution frei kommen, der Antrag von Ortmann wird noch geprüft

Aus Auckland berichten KAI FELDHAUS und HOJABR RIAHI (Fotos)

Auckland – Es wird einsam um Internet-Schwergewicht Kim Schmitz (38): Erst ließ ihn Star-Anwalt Robert Bennett (72) fallen, jetzt erlaubte ein neuseeländisches Gericht die Haftentlassung von zwei Komplizen des 150-Kilo-Millionärs gegen Kaution.

Marketingleiter Finn Batato und Chefprogrammierer Bram van der Kolk dürfen die Untersuchungshaft verlassen, sobald die Polizei ihre Kautionsadressen überprüft hat. Dann schmort nur noch „Megaupload“-Mitgründer Mathias Ortmann (40) zusammen mit Schmitz hinter Gittern. Ob auch er gegen Kaution raus darf, wird noch geprüft.

Emotionale Szenen außerhalb des Gerichtsgebäudes: „Jetzt kann Bram endlich wieder mit seinem Baby spielen“, sagte van der Kolks Frau. „Ich bin so erleichtert.“

Die drei Kinder von Kim Schmitz und seine schwangere Ehefrau müssen hingegen womöglich noch lange Zeit auf ihren „Mr. Dotcom“ verzichten. Sollte er in die USA ausgeliefert und dort verurteilt werden, drohen ihm bis zu 20 Jahre Knast.

Die US-Behörden gehen in ihrer 72 Seiten langen Anklageschrift von einer halben Milliarde Dollar Schaden aus, die Schmitz‘ und Co. verursachten. Sie sollen irrsinnig viel Speicherplatz bei verschiedenen Internetprovidern gemietet haben: 25 Millionen Gigabyte allein bei Carpathia Hosting im US-Bundesstaat Virginia. Die gemieteten Server waren voll mit Raubkopien.

Mit der Datentauschplattform „Megaupload“ verdiente der Ex-Hacker Millionen, führte ein Leben wie ein Scheich. Mit dem Helikopter flog er zum Frühstück, zu seinem Fuhrpark gehörten 15 Mercedes Benz, ein pinkfarbener Cadillac, ein Maserati und ein Lamborghini.

Die Nachbarn werden immer wieder Zeugen von Schmitz‘ skurrilem Humor – auch noch nach seiner Verhaftung: Gestern tauchte auf dem Rasen seines Anwesen plötzlich ein russischer Panzer auf!

Der skurrile Humor der Familie Schmitz: Im Garten der Villa tauchte gestern plötzlich ein russischer Panzer auf. Aufblasbar und aus Gummi. Ein Scherz zum Kindergeburtstag

Greift Schmitz‘ Privatarmee von tätowierten Bodyguards, die nach der Verhaftung ihres Chefs die Stellung halten und Schmitz‘ Familie beschützen, jetzt zu drastischen Mitteln?

Erst bei näherem Hinsehen entpuppte sich der täuschend echte T72-Kampfpanzer als Attrappe: aufblasbar und aus Gummi. Wie so vieles in Schmitz‘ Leben bloß ein Bluff.

„Das Ding sieht schon verdammt echt aus“, sagt Nachbar Michael Collett zu BILD. „Gestern war er noch nicht da. Ich habe mich schon gewundert, wie Hunderte Polizisten bei einer Razzia so ein Riesenteil übersehen können.“

An der Einfahrt zum „Dotcom Mansion“ treffen die BILD-Reporter den Sicherheitschef des Anwesens. Er erklärt den geschmacklosen Scherz: „Wir haben den Geburtstag von einem von Kims Kindern gefeiert. Wir hatten zwei Hüpfburgen und den Aufblas-Panzer. Die Kinder lieben ihn.“

Eine nähere Inspektion des Kriegsspielzeugs durch die Reporter will der bullige Mann dann aber doch nicht zulassen: „Kein Zutritt für Unbefugte.“ Nur einen Lieferwagen der Firma „Party Pieces“ lässt er passieren – er holt die makaberen Überreste des Kindergeburtstages ab.

Dass Schmitz zumindest vorerst nicht zurück in seine Luxus-Villa darf, hat der schillernde Internet-Unternehmer auch seinen Geschäftspartnern Ortmann (40) und van der Kolk (29) zu verdanken.

Per Skype unterhielten sich die beiden 2007 über Schmitz. Das FBI schnitt die Konversation mit. Van der Kolk: „Wenn’s ernst wird, kratzt Kim doch sofort alles Geld zusammen und taucht unter. Das kann er gut…“

Unter anderem wegen dieser Worte kommt Schmitz nun nicht auf Kaution frei: Fluchtgefahr!

Für Schmitz heißt es deswegen Knast-Kost statt Extravaganzen, keine ausgelassenen Partys mehr und vor allem Computerentzug. Das ist besonders ärgerlich für den spieleversessenen Multi-Millionär. Bei seiner Verhaftung belegte er in der Weltrangliste des Online-Shooters „Call of Duty: Modern Warfare 3“ noch Platz 1. Doch wegen seiner erzwungenen Abwesenheit vom Monitor wurde er mittlerweile vom Thron gestoßen.

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Kimvestor: Barkeeper im Aufsichtsrat – heise.de

Kimvestor: Barkeeper im Aufsichtsrat

Neue Ungereimtheiten im Fall Kimvestor: Entgegen früheren Angaben besteht der Aufsichtsrat der Firma des umstrittenen Jung-Investors Kim Schmitz überwiegend aus Münchner Lokalgrößen. Dies bestätigte heute ein Mitglied des Gremiums auf Anfrage von heise online. Neben dem Gaststätten-Berater und Barkeeper Keiwan Mirheidari wachen der Schmitz-Adlatus Gerrit Guggenberger sowie Finn Batato, Directmarketing-Leiter eines Werbekonzept-Anbieters, über die Geschicke der Firma.

In früheren Verlautbarungen hatte Schmitz mit einem hochkarätig besetzen Aufsichtsrat geworben. Neben Dieter Haben (Geschäftsführer der DaimlerCrysler-Tochter TSS) sollte Kirch-Managerin und Ex-Compaq-Chefin Gerrit Huy sowie der Dresdner-Bank-Vorstand Gerhard Barth dem Gremium angehören.

Mittlerweile hat Schmitz, der auf seiner privaten Homepage unter seinem Hacker-Namen Kimble auftritt, eine eigene Darstellung seiner Rolle bei der Rettungsaktion für LetsBuyIt.com ins Internet gestellt. Unter anderem kündigt er darin eine Klage gegen das Anlegermagazin Telebörse und den Nachrichtensender n-tv an, die beide frühzeitig auf widersprüchliche Angaben von Kimvestor aufmerksam gemacht hatten. (em)

via heise online | Kimvestor: Barkeeper im Aufsichtsrat.