Gründer von Megaupload: „Mr Dotcom“ Kim Schmitz wegen Betrug angeklagt – FOCUS Online

„Mr Dotcom“ Kim Schmitz wegen Betrug angeklagt

Allein im Jahr 2010 soll Kim Schmitz 42 Millionen Dollar verdient haben – allerdings illegal. Deswegen sitzt er in Neuseeland im Gefängnis. US-Behörden erheben nun neue Vorwürfe gegen den Megaupload-Gründer.

Die US-Behörden haben in mehreren weiteren Punkten Anklage gegen Megaupload-Gründer Kim Schmitz und weitere Verantwortliche des inzwischen geschlossenen Online-Speicherdienstes erhoben. Die neuen Vorwürfe wegen Verletzung des Urheberschutzes und Betrugs seien der bereits seit Januar vorliegenden Anklageschrift hinzugefügt worden, erklärte das US-Justizministerium am Freitag (Ortszeit). Aus dieser geht demnach hervor, dass Megaupload sich massiver Internetpiraterie schuldig gemacht hat, indem es das Herunterladen von urheberrechtsgeschützten Werken ermöglichte.

Laut US-Justizministerium hatte Megaupload 66,6 Millionen registrierte Nutzer, nicht 180 Millionen wie von dem Unternehmen behauptet. Von diesen Nutzern hätten lediglich 5,86 Millionen jemals Daten auf Megaupload.com oder Megavideo.com hochgeladen. Mehr als 90 Prozent der Nutzer hätten die Websites dagegen ausschließlich zum Herunterladen von Filmen, Musik und Software genutzt.

34 Millionen Downloads von Blockbustern?

Die Anklage wirft dem Internetdienst auch vor, keinerlei Maßnahmen gegen einen Nutzer ergriffen zu haben, der über sechs Jahre hinweg immer wieder massiv gegen den Urheberschutz verstoßen habe. Dieser habe 16 950 Datensätze auf den Websites des Unternehmens hochgeladen, darunter Kopien urheberrechtsgeschützter Hollywood-Blockbuster. Diese seien in der Folge von anderen Nutzern mehr als 34 Millionen Mal abgerufen worden.

Der deutsche Megaupload-Gründer Schmitz war vor einem Monat in Neuseeland festgenommen worden. Die US-Behörden fordern seine Auslieferung. Sie werfen Schmitz vor, allein im Jahr 2010 durch seine Internetaktivitäten 42 Millionen Dollar (rund 32 Millionen Euro) verdient zu haben. Megaupload bot seinen Nutzern an, Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen. Dies ist an sich nicht illegal. Allerdings wurde die Plattform auch dazu genutzt, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten.

via Gründer von Megaupload: „Mr Dotcom“ Kim Schmitz wegen Betrug angeklagt – Internet – FOCUS Online – Nachrichten.

Advertisements

Die Geschichte eines Millionen-Blenders

Die Geschichte eines Millionen-Blenders

 Große Pose – so stellte sich Schmitz Ende der 90er Jahre dar
Große Pose – so stellte sich Schmitz Ende der 90er-Jahre dar
Von GABI EISENRIEDER

Plötzlich war er wieder da, kaum zu übersehen, gut 180 Kilo schwer, millionenschwer. Kim Schmitz war 2002 aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden, und erst als die Fotos der Festnahme des Megaupload-Gründers in Neuseeland um die Welt gingen, dachte man sich: Den kennen wir doch. Wirklich?

Was Kim Schmitz‘ Leben angeht, gibt es viele Geschichten und viele Pseudonyme – Kimble, Kim Dotcom, Kim Tim Jim Vestor – bei denen nur er allein weiß, was oder wer wirklich dahinter steckt. Vielleicht weiß er es nicht einmal mehr selbst, so oft wand sich der Riese mit dem Bubi-Gesicht aus der Bredouille, nur um sich mit neuer Identität und alter Gerissenheit gleich in die nächste zu stürzen. Aktuell drohen ihm in den USA 20 Jahre Haft wegen Urheberrechtsverletzungen.

175 Millionen Dollar sollen er und seine Partner mit der Filesharing-Plattform Megaupload verdient haben, mit Musik, Kinofilmen, Serien – mit der geistigen Leistung anderer, wie ihm vorgeworfen wird. Er stellte nur die Webseite, warb Promis wie Kanye West und Alicia Keys an und kassierte. Es war immer schon sein Talent, an den Talenten anderer zu verdienen.

„Ich habe nie einen asozialeren Jugendlichen kennengelernt“, erzählt ein ehemaliger Pädagoge des in Kiel geborenen Schmitz den „Kieler Nachrichten“. „Kim war ein Anstifter und Blender, der die Mitschüler oft zu Streichen überredet und dann verpetzt hat.“

In einem Schülerheim für Verhaltensauffällige soll der Sohn eines Kapitäns und einer Köchin zwei Jahre gelebt haben. In seiner offiziellen Vita macht er daraus ein Hochbegabten-Abitur am Internatsgymnasium Schloss Plön, so die Zeitung.

Kim Schmitz 1999 mit 26 Jahren

Foto: ddp

So sah Kim Schmitz sich selbst und tut es wohl bis heute: als verkanntes Genie. Der Intellekt reichte nur zum Hauptschulabschluss, die Bauernschläue und der Ehrgeiz aber sind viel größer und gebären den brennenden Wunsch: Euch werde ich es zeigen. Ende der 80er-Jahre wendet Schmitz sich Computern zu, verbringt Tage vor dem Gerät im Kinderzimmer. Angeblich im Alter von neun manipuliert er zum ersten Mal den Kopierschutz für ein Computerspiel und verkauft die Raubkopien. Das Geschäftsprinzip des Kim Schmitz ist erfunden.

Mitte der 90er tippen Schmitz und seine Freunde nächtelang Codes, die andere nicht verstehen. Das Internet ist den meisten noch kein Begriff, da lässt er es schon in Teilen nach seinen Regeln spielen.

Kimble, wie er sich in der Welt der Daten nennt, hackt den Server der Citibank und überweist 20 Millionen Euro auf die Konten von Greenpeace. So zumindest erzählt er es laut Welt.de. In der Hacker-Szene wird er dafür gefeiert, am meisten von sich selbst: „Ich bin klüger als Bill Gates“, glaubt Schmitz.

So klug, dass die Polizei ihn als Sicherheitsrisiko einschätzt und 1994 seine Wohnung stürmt. Er kommt mit einer Bewährungsstrafe davon. Danach kann er sich die Jobs als IT-Sicherheitsberater offenbar aussuchen. Hier könnte die Geschichte von Kimble zu Ende sein, eine Hacker-Karriere in eine lukrative Festanstellung aufgehen und Kim Schmitz im Mittelmaß verschwinden. Aber Mittelmaß ist nichts für ihn, immer noch muss er es allen zeigen.

Das Internet hebt ab und mit ihm Schmitz‘ Vermögen, er muss nur richtig investieren. 500 Millionen Dollar hat er nach eigenen Angaben verdient, und er wird nicht müde, es zu zeigen, dafür macht er es ja. Er gibt Dutzende Bilder von sich an die Presse, am liebsten mit schwarzer Sonnenbrille, vor Helikoptern, Jachten, in den Armen schöner Frauen, die er einfliegen lässt. Bohlen-Ex und „Teppichluder“ Janina Youssefian ist darunter, gern steigt Schmitz mit den Damen in den Whirlpool, der Koloss meist voll, die Mädchen immer leicht bekleidet. Überallhin wird er eingeladen, um zu erzählen, wie man mit diesem Internet so absurd viel Geld verdient.

Kim Dotcom und Janina Youssefian

Die Methode ist offenbar Betrug. Ein Beispiel: Schmitz hatte 2001 der finanziell angeschlagenen Plattform letsbuyit.com eine Finanzspritze von 50 Millionen Euro versprochen und damit den größten Tagesumsatz in der Geschichte der Frankfurter Börse ausgelöst. Schnell verkauft er seine Anteile wieder für Rekordsummen, das Investment kommt nie zustande, der Kurs stürzt wieder ab. Insiderhandel nennt die Staatsanwaltschaft so etwas.

Kim Dotcom und Janina Youssefian

Dafür verfolgt sie ihn 2002 bis nach Bangkok, er wird verhaftet. Vorher hatte er angekündigt, live im Internet Selbstmord zu begehen. Die Erfolgsgeschichte des Kim Schmitz scheint tatsächlich zu Ende sein, er bekommt ein Jahr und acht Monate Haft auf Bewährung und muss eine Geldstrafe von 100 000 Euro bezahlen. Danach verschwindet er aus der Öffentlichkeit.

Kim Schmitz mit Janina Youssefian

Bis zum 19. Januar 2012, als er und drei Mitarbeiter zwei Tage vor seinem 39. Geburtstag im 19-Millionen-Euro-Anwesen im neuseeländischen Coatesville festgenommen werden. Es gibt dort sechs Schlafzimmer, einen Helikopter und mittlerweile angeblich auch eine Ehefrau und Kinder. Außerdem einen so genannten Panic Room, ein gesicherter Raum, in den sich der Riese flüchtet und mit der Schrotflinte auf die Polizei wartet.

via Bild.de

Kim Schmitz: So prasste der Megaupload-Gründer und Internet-Millionär in Neuseeland – Bild.de

Früher nannte er sich „Königliche Hoheit König Kimble der Erste“. Gelebt hat er wie ein Kaiser, der die Millionen nur so verprasste.

Wovon Kim Schmitz (38) alias Kim Dotcom in seiner Zelle im neuseeländischen Gefängnis jetzt wohl träumt? Seine Internetseite „Megaupload“ wurde dichtgemacht, Schmitz und Komplizen verhaftet.

300 Kilometer vom Gefängnis in Auckland entfernt liegt das Luxus-Anwesen Chrisco Mansion in Coatsville eingebettet in sanfte grüne Hügel. Dort lebte der schillernde Ex-Hacker seinen gewaltigen Hang zu Luxus und Verschwendung aus.

Sechs Schlafzimmer, ein großes tropisches Aquarium, Tennisplatz, Schwimmbad, Schwimmteich, mehrere Garagen. Dazu ein Irrgarten und ein Fluss. 24,3 Hektar Land gehören zum Anwesen. Die Villa ist 30 Millionen Neuseeland-Dollar wert (knapp 19 Millionen Euro). Schmitz wollte sie für sich und seine Familie kaufen: Ehefrau Mona, die mit Zwillingen schwanger sein soll, und drei Kinder.

Eines der teuersten Häuser des Landes, drunter ging es nicht. Aber der vorbestrafte Schmitz fiel beim Immigranten-Test durch, konnte die Villa nicht kaufen. Der notwendige „gute Charakter“ wurde ihm nicht bescheinigt. Also mietete er sich und seinen Clan kurzerhand ein.

Das neue Jahr 2011 begrüßte Kim Schmitz standesgemäß: Von einem Helikopter aus beobachtet er das gewaltige Feuerwerk über dem Waitemala-Hafen von Auckland. Es dauerte zehn Minuten, doppelt so lange wie sonst. Es war Kims persönliches Spektakel. 500 000 Neuseeland-Dollar (313 000 Euro) ließ er dafür springen.

Nachbarn erzählten der neuseeländischen Presse von Helikopterflügen zum Frühstücken. In der Gegend kennt man den Zwei-Meter-Mann auch, weil er mit seinen Edel-Kisten durch die engen Landstraßen kurvte. Geschwindigkeitsgrenzen? Nichts für Schmitz.

Als die Polizei auf Bitte des FBI am Donnerstag zuschlug, entdeckte sie einen gewaltigen Fuhrpark: Dazu gehörten 15 Mercedes Benz, ein pinkfarbener Cadillac, ein Maserati und ein Lamborghini. Geschätzter Wert: fünf Millionen Euro. Außergewöhnliche Autos brauchen außergewöhnliche Kennzeichen: Schmitz entschied sich wie immer völlig unbescheiden für GOD, MAFIA, CEO, POLICE, STONED (bekifft).

Wenn er aus dem Fenster der Villa Dotcom schaute, sah er lebensgroße Statuen von Giraffen. Sein Michael-Jackson-Moment?

Am Donnerstag wurde die verschwenderische Welt des Kim Dotcom auf den Kopf gestellt: Raus aus der Villa, rein in den Knast.

Auch die offenbar extrem modernen, teuren Sicherheitsvorkehrungen schützten nicht vor der Razzia. Bis zum Panic Room, in den sich das Schwergewicht rettete, arbeiteten sich die Polizisten vor.

Der Vorwurf: Seine Internetseite „Megaupload“ soll der Unterhaltungsindustrie einen immensen Schaden von mindestens 500 Millionen Dollar zugefügt haben.

Über „Megaupload“ wurden Raubkopien verteilt. Inzwischen ist die Seite geschlossen, die US-Behörden wollen Schmitz und vier weitere „Megaupload“-Mitarbeiter auf US-Boden verurteilen. Er erklärte sich für „unschuldig“. Drei weitere Verdächtige sind auf der Flucht.

via Kim Schmitz: So prasste der Megaupload-Gründer und Internet-Millionär in Neuseeland – Wirtschaft – Bild.de.

Kim Schmitz meldet sich zurück – Golem.de

Kim Schmitz meldet sich zurück

Neuer Wohnsitz im Herrenhaus in Neuseeland?

Der selbsternannte Hacker und Firmengründer Kim Schmitz soll das teuerste Herrenhaus Neuseelands gekauft haben. Um die umstrittene Figur aus der New Economy war es in den letzten Jahren ruhig geworden.

Kim Schmitz ist wieder in den Schlagzeilen. Der verurteilte Betrüger, selbsternannte Hacker und Firmengründer aus der Zeit der New-Economy-Blase soll eine mit 30 Millionen US-Dollar bewertete Villa in Neuseeland gekauft haben. Das berichtet der New Zealand Herald unter Berufung auf einen Insider, der Schmitz kennt.

Der 36-Jährige habe das Chrisco-Herrenhaus mit sechs Schlafzimmern, einem Tennisplatz, einem Pool und einem großen tropischen Aquarium heimlich übernommen. Nach dem Besitzerwechsel wehte zur Tarnung zuerst eine finnische Flagge über dem Anwesen, so die Zeitung.

Schmitz soll sich seit einigen Monaten für das 24,3 Hektar große Anwesen interessiert haben und sich kürzlich mit den früheren britischen Eignern Richard und Ruth Bradley auf einen Leasing- und Kaufpreis geeinigt haben. Das Chrisco-Herrenhaus gilt als die teuerste Immobilie Neuseelands, so die Zeitung. Zuletzt hieß es, dass Schmitz in Hongkong wohnt.

Der Glamour-Boy präsentierte sich in der Vergangenheit der Boulevardpresse gerne in Luxusautos und veranstaltete teure Partys. Schmitz bezeichnete sich selbst als Hacker und gründete die IT-Sicherheitsfirma Dataprotect, die er an den TÜV Rheinland verkaufte. Kurz danach war das Unternehmen insolvent. Im Mai 2002 wurde Schmitz wegen Insiderhandels im Zusammenhang mit der vermeintlichen Rettung der Internetplattform Letsbuyit.com zu einer 20-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Danach wollte er als Fondsmanager agieren und startete das Onlineprojekt Trendax. Laut einem Focus-Bericht aus dem Jahr 2007 soll Schmitz hinter dem Sharehoster Megaupload.com stehen, was das Unternehmen jedoch bestreitet.

via Kim Schmitz meldet sich zurück – Golem.de.